Radio broadcasts on former Yugoslavia

   

Meta-D.O.N.’s radio editor Jerneja Zavec has done a couple of radio broadcasts on former Yugoslavia.

A selection of her work can be found here:

The Mayday School at the Workers Punks University in Ljubljana

Die Mayday School ist eine jährliche Veranstaltung der Workers Punks University und wurde vom Friedensinstitut Ljubljana’s gegründet. Wie jedes Jahr fanden die Termine fast zeitgleich mit dem Internationalen Tag der Arbeit statt, nämlich von 26. April bis 1. Mai. Unter dem diesjährigen Titel “Transition, Austerity and Primitive Accumulation – Left Answers” wurden sowohl theoretische als auch politische Aspekte der primitiven Akkumulation besprochen. Ein paar Tage bevor die Mayday School gestartet hat, erklärte ein Mitglied der Workers Punks University, nämlich Anže Dolinar, die Programmdetails und gab Antworten auf wichtige Fragen.

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Listen to…glava_dpu2

Workers Punks University website

Protests in Slovenia

Am 26. November formte sich im slowenischen Maribor eine Demonstration mit etwa 10.000 Beteiligten. Das harte Durchgreifen der Polizei – auch Tränengas kam zum Einsatz – konnte den massiven Unmutsäußerungen nicht Einhalt gebieten. Einen Tag später protestierten die Menschen auch in Ljubljana und wieder kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Seither vergeht kaum ein Tag in Slowenien ohne Protestmärsche gegen politische Eliten, Korruption und geplanten Sozialabbau. Jerneja Zavec interviewte Sanjin Jasar von der “Bewegung 29.Oktober”, die bereits im Oktober die ersten Demonstrationen organisierte und damit die Protestwelle einleitete. Über die genauen Hintergründe der Proteste.

Listen to…

Freedom Fight!

Im Rahmen der “Krise und reale Utopie Konferenz” im November 2011 hielt Milenko Sreckovic einen Vortrag zum Thema De-Industrialisierung und Arbeiter- bzw. Arbeiterinnenkampf in Serbien. Sreckovic ist einer der Gründer und Aktivisten des “Freedom Fight Movement Serbia” aus Belgrad. Bei seinem Vortrag wies er auf die Problematik der Privatisierung, die Verringerung der Arbeitnehmerrechte und der damit verbundenen Qualität bzw. Minderung der Qualität ihres Lebens hin.

Listen to…

Freedom Fight

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

FFInfo772

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

Call for Papers: NEW FORMS OF WORKER ORGANIZATION AND STRUGGLES

   

Call for Papers

NEW FORMS OF WORKER ORGANIZATION AND STRUGGLES: AUTONOMOUS LABOR RESPONSES IN TIMES OF CRISIS

edited volume by Dario Azzellini / Michael G. Kraft

SYNOPSIS

The aim of this volume is to examine how capital’s relentless effort to transform the organized workplace, and how the deterioration of institutionalized national collective bargaining as the dominant model for worker representation, are increasing the significance of new, anti-bureaucratic forms of syndicalist, neo-syndicalist and autonomous worker representation. These new forms of representation are rooted in self-activity and are committed to anti-capitalism. They are also increasing the democratic capacity of workers to advance their own interests.

Hence, this collection critically examines the rise of contemporary forms of syndicalist, neo-syndicalist and autonomous worker representation with examples drawn from throughout the world. It challenges the widespread vision among progressives and some leftists that a reinvigorated, but conventional, unionism is the best institutional means to counter neoliberalism. The contributions in this collection demonstrate the alternative means that many workers are pursuing to advance their own interests through self-organization, as the heirs of the earlier generations of socialist and anarchist labor formations.

The global decline in trade union power over the last 30 years of ascendant neoliberal economic policy has led to the configuration of new forms of worker organization that reject traditional collective bargaining and corporatist models in favor of direct action, and autonomous organization. The new forms of worker organization that we are concerned with are typically rooted in class solidarity that emerges at the workplace and in the community. They seek to counter the growth of precarious labor and reformist labor relations by cultivating democratic structures at the point of production, and they envision a society free of capitalism.

The collection focuses on country studies and specific case studies in both the Global South as well as the Global North (from India to Colombia, South Africa, the Balkans, Germany, USA, Algeria, etc). The chapters demonstrate the dramatic growth of syndicalist and autonomist formations and their currency and necessity to establish genuine worker organizations. Each chapter reveals that workers seek to form and join democratic and independent unions that are fundamentally opposed to bureaucratic leadership, compromise, and concessions: the sine qua non of traditional unions throughout the world.

NEED FOR VOLUME

This innovative volume draws attention to the vital, yet neglected sphere of new democratic labor movements and organizations. It intervenes in a theoretical and practical field where attention has been overwhelmingly and unduly focused on revitalizing the current state of conventional labor unions. Earlier publications in the field of industrial relations have had a strong leadership, however, we deem them to be of minor significance these days, given the crisis of traditional unions due to their inability to reform to the dictates of neoliberal capitalism.

BOOK STRUCTURE

0. Introduction

I. Renewed Forms of Struggle by Rank and File Unions

II. Workers self organization beyond and against corporative unions

III. Non-corporate unionism

- due date for authors: Feb 1, 2014

- manuscript submission to publisher April 15, 2014

Potential authors interested in contributing a paper please send an e-mail to dario/at/azzellini.net and michael.kraft/at/gmx.at for further information.

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

„Die falsche Dichotomie zwischen der EU und dem Balkan durchbrechen“

   

Am 1. Juli 2013 ist Kroatien als 28. Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) beigetreten. Doch entgegen der Euphorie wie beim EU-Beitritt Sloweniens im Jahr 2004, als das Land als erster Nachfolgestaat Jugoslawiens in den exklusiven Club aufgenommen wurde, mehren sich in Kroatien die kritischen Stimmen. Die Erzählung der EU von Frieden und Wohlstand wird zunehmend – insbesondere von einer jungen und schlagkräftigen Linken – in Frage gestellt. Selbst der ehemalige Musterschüler Slowenien taugt seit der fatalen kapitalistischen Krise nicht mehr als erstrebenswertes „role model“.

Hier Michaels Artikel, der in der Schweizer Zeitschrift Vorwärts erschienen ist.

Kroatien ante portas

Am 1. Juli 2013 wird Kroatien als 28. Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) beitreten. Doch entgegen der Euphorie wie beim EU-Beitritt Sloweniens im Jahr 2004, als das Land als erster Nachfolgestaat Jugoslawiens in den exklusiven Club aufgenommen wurde, mehren sich in Kroatien die kritischen Stimmen. Die Erzählung der EU von Frieden und Wohlstand wird zunehmend – insbesondere von einer jungen und schlagkräftigen Linken – in Frage gestellt. Selbst der ehemalige Musterschüler Slowenien taugt seit der fatalen kapitalistischen Krise nicht mehr als erstrebenswertes „role model“.

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

kino europaMichael G. Kraft

Mitte Mai in der kroatischen Hauptstadt. Es herrscht geschäftiges Treiben in der Zagreber Innenstadt. Die Cafés und Bars sind voll junger Menschen, westliche Einkaufsketten prägen das Stadtbild, Manager und Banker dinieren in den Gastgärten und die Stadt erscheint im Glanz der alten österreichisch-ungarischen Monarchie. Kroatien ist noch vor dem formalen Beitritt in der EU angekommen. Doch das Bild trügt in mehrerer Hinsicht bzw. gibt es nur einen kleinen Ausschnitt der kroatischen Realität nach 20 Jahren der Transformation preis. Die soziale und wirtschaftliche Situation hat sich in Kroatien in den letzten Jahren massiv verschlechtert. Daran wird auch der kommende EU-Beitritt wenig ändern. Vielmehr wird er von der neuen Linken in Kroatien „eher als Teil des Problems denn der Lösung“ gesehen, wie der kroatische Intellektuelle und Aktivist Srećko Horvat feststellt. Und tatsächlich hat die EU mit ihren Auflagen und neoliberalen Strukturanpassungsmaßnahmen noch zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Die Subventionen an die großen Schiffswerften wurden weitgehend gestrichen, der allgemeine Prozess der Deindustrialisierung vorangetrieben und bei den Sozialausgaben wird weiter gekürzt. Deshalb kann heute die wirtschaftliche und soziale Situation getrost als desaströs bezeichnet werden. Daran hat auch die seit Dezember 2011 regierende sozialdemokratisch geführte „Kukuriku-Koalition“ nichts geändert. Auch sie hält weiter am neoliberalen Kurs fest. Es ist also kaum verwunderlich, dass beispielsweise in Bezug auf die Jugendarbeitslosigkeit Kroatien mit 51,6% vor Griechenland und Spanien an drittletzter Stelle liegt. Fallende Industrieproduktion, steigende Arbeitslosenzahlen, sinkende Konsumausgaben, negative Wachstumsraten sowie steigende Inflation sind die Folgen dieser Wirtschaftspolitik. All das spiegelt sich auch in der niedrigen Wahlbeteiligung wider. Trotz massiver Parteipropaganda für den EU-Beitritt beim EU-Referendum im Januar 2012 gingen nur 43,5% der KroatInnen zur Urne. Und von diesen stimmten gerade einmal 66,3% für einen EU-Beitritt Kroatiens.

Mobilisieren!

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

namaIch treffe den Dramaturgen und politischen Theoretiker Marko Kostanić im Café des Zagreber Theaters der Jugend. Er erzählt mir von der massenhaften Mobilisierung im Zuge der Studierendenbewegung und den Fakultätsbesetzungen ab 2008. Insbesondere an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb wurden neue partizipative Organisationsformen erprobt und ein Freiraum für die Vernetzung und Diskussion mit anderen gesellschaftlichen Gruppen wie BäuerInnen, IndustriearbeiterInnen oder Universitätsbediensteten geschaffen. Dadurch wurde erstmals seit dem Zusammenbruch Jugoslawiens in einem seiner Nachfolgestaaten ein größerer politischer Artikulationsraum für eine neue emanzipatorische Linke geschaffen. Und obgleich die Bewegung heute etwas abgeflaut ist, so arbeiten doch eine Unzahl der damaligen AktivistInnen in unterschiedlichen neuen linken Organisationen und Aktionen weiter. Als Beispiel nennt Kostanić die von ihm mitorganisierte Anti-EU-Kampagne 2012. Mittels einer gründlichen Analyse der gegenwärtigen Verfassung der EU und deren Krisenpolitik wiesen die AktivistInnen darauf hin, dass Kroatien sehr bald in eine supranationale Organisation eintreten werden, die sich durch ihr demokratisches Defizit und ihre neoliberale Krisenbewältigungsstrategie auszeichnet und die peripheren Länder Europas in einer quasi neokolonialistischen Beziehung an das kapitalistische Zentrum bindet. Man publizierte regelmäßig in der Zeitschrift Zarez und nahm an Diskussionen im Staatsfernsehen und Radio teil. Zwar konnte man den EU-Beitritt nicht abwenden, doch die niedrige Wahlbeteiligung zeigt, dass die KroatInnen wenig Zuversicht in die politischen Institutionen haben und zunehmend die vermeintlichen Segnungen jenseits der Schengen-Grenze in Frage stellen. Deshalb war die Kampagne ein wichtiger Beitrag dazu, eine solche Auseinandersetzung zu fördern und „die falsche Dichotomie zwischen der EU und dem Balkan zu durchbrechen“, so Kostanić.

Postsozialistische Verhältnisse

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Subversive Banner smallAuf der Ilica Straße unweit des zentralen Ban-Jelačić-Platzes gehe ich an der einst größten kroatischen Kaufhauskette Nama vorbei. Ihr gegenüber das altehrwürdige Gebäude der zweitgrößten kroatischen Bank Privredna banka Zagreb (PBZ), die heute, wie fast 90% der kroatischen Banken, in ausländischem Besitz steht. Und als sei es pure Ironie, werden beide Gebäude durch ein großes Banner des 6. Subversive Festivals miteinander verbunden. Aber es gibt tatsächlich eine implizite Verknüpfung dieser scheinbar unzusammenhängenden Orte. Die jüngere Geschichte der beiden Institutionen steht sinnbildlich für den Konsens der postsozialistischen Eliten Kroatiens: im Rahmen der neoliberalen Ideologie umfassender Privatisierungen wurden beide als Selbstbedienungsläden nach dem „Unabhängigkeitskrieg“ hemmungslos von den wirtschaftlichen und politischen Eliten geplündert. Als die PBZ die Kaufhauskette übernahm, begann Nama riesige Verluste anzuhäufen, indem das Unternehmensvermögen zu Gunsten von Dividenden und unrealistischen Zinsen aufgebraucht wurde. Nachdem vier Jahre später der Ressourcenraub abgeschlossen war, verkaufte die PBZ die ausgeschlachtete Nama wieder an den Staat zurück. Wie Jovica Lončar vom im Zagreb ansässigen Zentrum für Arbeiterstudien festhält, kam „dieses Modell bei vielen ähnlichen Übernahmen in Kroatien zur Anwendung.“ Und der Fall Nama, so Lončar, „sei beispielhaft dafür, wie in Kroatien die Mehrheit des gesellschaftlichen Eigentums während der sogenannten Transformation zur Marktwirtschaft geplündert und zerstört wurde.“ Doch das Transparent, das beide Gebäude miteinander verbindet, könnte gleichsam für Utopie und Aufbruch stehen. Das Subversive Festival, das heuer unter dem Titel „Die Utopie der Demokratie“ zum sechsten Mal stattfand, hat Zagreb zum Mittelpunkt einer neuen Linken am Balkan gemacht. Initiiert von ehemaligen AktivistInnen der Studierendenproteste 2009 ist es mittlerweile zu einem derart großen Ereignis angewachsen, dass Bernard Cassen, Mitbegründer des Weltsozialforums, unlängst festhielt „Zagreb sei auf dem besten Wege das Porto Alegre Europas“ zu werden. Und es spricht tatsächlich einiges dafür. Mit der Gründung eines Balkan-Forums 2012 treffen sich seither neben der globalen intellektuellen linken Elite auch eine ungeheure Anzahl an Graswurzelbewegungen und AktivistInnen des Balkans. Bedeutsam ist dabei einerseits, sich zu vernetzen und voneinander zu lernen, aber auch die Isolierung und Fragmentierung kleiner linker Gruppierungen zu überwinden sowie gemeinsam an einem Gegennarrativ zu arbeiten und Widerstand und Solidarität zu organisieren. Am diesjährigen Balkan-Forum wurden schwerpunktmäßig Themen wie „Commons und öffentliche Güter”, „Demokratie und Teilhabe”, „Arbeitskämpfe“, „Medien und Öffentlichkeit“ sowie „Geschlecht und Klasse“ bearbeitet.

Ein Blick zum Nachbarn in der EU

Die weitverbreitete Unzufriedenheit mit der korrupten liberalen Demokratie und immer skrupelloseren Austeritätsmaßnahmen hat im nördlichen Nachbarland Slowenien in den letzten Monaten zu landesweiten Protesten und Aufständen geführt. Anej Korsika von der Arbeiter-Punk-Universität in Ljubljana berichtet, wie im November 2012 erzürnte BürgerInnen gegen den korrupten Bürgermeister von Maribor auf die Straße gingen und wie sich in der Folge die Proteste über das ganz Land und die Hauptstadt Ljubljana ausweiteten. In der einst als „Schweiz des Balkans“ bezeichneten Nation nahmen diese Ereignisse viele KommentatorInnen mit Überraschung. Doch tatsächlich war das postsozialistische Wirtschaftssystem auf einer Immobilienblase, Korruption und Umverteilung von unten nach oben gebaut, das einigermaßen funktionierte, solange der ausländische Kapitalfluss nicht versiegte. Nach mehreren landesweiten Protesten, sogenannten „All-Slovenian-Uprisings“, lancierten AktivistInnen an der May-Day-School der Arbeiter-Punk-Universität am 1. Mai dieses Jahres eine Initiative für einen Demokratischen Sozialismus. In einem Land im Würgegriff kapitalistischer Schocks und angekündigter Privatisierungsmaßnahmen bedarf es „systemischer Veränderungen und dafür will man den Begriff des Sozialismus erstmals seit 20 Jahren wieder positiv besetzen“, so der Koordinator der Initiative Anej Korsika. Langsam und von unten soll an einer konkreten Alternative gearbeitet werden, die man schrittweise auch in die von Privatisierungen bedrohten Unternehmen tragen will. Es bleibt zu hoffen, dass derartige Initiativen an Stärke gewinnen und es auch zu einer länderübergreifenden Vernetzung, Solidarität und Mobilisierung kommt. Dadurch könnte man der EU endgültig klar machen, dass sie den Balkan mehr braucht, als der Balkan die EU.

Hintergrundinformation: Subversive Festival

Das Subversive Festival wurde 2008 in Zagreb gegründet. Während es zu Beginn noch „ein kleines Filmfestival mit ein paar Vorträgen“ war, so Festivalleiter Srećko Horvat, ist es in den letzten Jahren stark angewachsen. Seit 2011 firmiert unter dem Titel Subversive Forum ein internationales linkes Forum, das TheoretIkerInnen, AktivistInnen und PolitikerInnen aus der ganzen Welt vereint. Zum diesjährigen Festival („Die Utopie der Demokratie“) kamen über 300 TeilnehmerInnen, darunter Alexis Tsipras vom griechischen Linksbündnis Syriza, der US-Regisseur Oliver Stone und der slowenische Philosoph Slavoj Žižek. Die knapp 20.000 BesucherInnen lauschten nicht nur den Gesprächen, sondern es ging insbesondere darum „eine Verbindung zwischen den Ländern der EU-Peripherie und eine neue Solidarität zwischen Nord- und Südeuropa herzustellen“, so Horvat. Mit der Gründung des Balkan-Forums letztes Jahr schufen die OrganisatorInnen auch einen Rahmen für die Vernetzung linker AktivistInnen aus ganz Europa.

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

subversive buchpraese klein

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

Erste Buchpräsentationen in Zagreb und Wien

   

Seit Erscheinen des Sammelbandes “Soziale Kämpfe in Ex-Jugoslawien” im Mai 2013 fanden nunmehr die ersten beiden Buchpräsentationen statt

Die Weltpremiere am Subversive Forum in Zagreb am 12.5.2013 wurde mit großem Interesse angenommen. Erfreulicherweise waren neben dem Herausgeber Michael G. Kraft auch einige der Beitragenden (Heiko Bolldorf, Stipe Ćurković, Peter Haumer, Srećko Horvat, Igor Štiks, Boris Kanzleiter, Jovica Lončar, Andrea Milat, Primož Krašovec und Milenko Srećković) in Zagreb vor Ort und so konnte aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln die einzelnen Beiträge des Bandes diskutiert werden.

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

BOEM WienDas Buch wurde als wichtiger und bedeutsamer Beitrag für den Aufbau eines alternativen Narrativs der Emanzipation in der Region angesehen. Aber es soll auch im deutschsprachigen Raum mittels einer Dokumentation der verschiedenen sozialen Kämpfe ein anderes Bild des Balkans vermitteln. Gerade in Zeiten der schwerwiegenden politischen und ökonomischen Krise der Europäischen Union ist es unerläßlich, ein neues linkes Narrativ einer konkreten Utopie zu erarbeiten. Die am Balkan über die letzten Jahren geführten Kämpfe leisten dafür wichtige und hilfreiche Einsichten.

Österreich-Premiere im BOEM, Wien Ottakring

Am 5.6.2013 erfolgte die erste öffentliche Präsentation und Diskussion des Sammelbandes im BOEM Wien. Neben dem Herausgeber berichteten auch Peter Haumer (European Network for Support of Workers’ Struggles in the Balkans) und Goran Musić (European University Institute Florenz) über die aktuelle Situation und die Kämpfe in der Region. In der Diskussion wurden die einzelnen Kämpfe auch durchaus kritisch beleuchtet, doch man war sich einig, dass sie bedeutsame Erfahrungen der Solidarität und alternative Räume darstellen, die als Ausgangspunkt  für weitreichende Veränderungen dienen können, wenngleich in dieser Hinsicht noch viel Arbeit geleistet werden muss.

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

_MG_8201

Weitere Fotos von der Veranstaltung finden sich hier: (c) Christian Hofer, meta-D.O.N.

Die nächsten Termine sind:

15.6. 12:00 @ Linke Buchtage Berlin

15.6. 19:30 @ Projektraum.h48.de, Berlin

Danach im Herbst in mehreren Schweizer Städten und Österreich.

Bei Interesse bitte Anfragen an Kraft_Michael(at)hotmail.com

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

6. Subversive Festival “Die Utopie von Demokratie”, Zagreb

   
powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

header_eng_2013 Subversive kurz

Im Mai dieses Jahres wird Zagreb zu einem Zentrum für linkes Denken und linken Diskurs rund um das Thema „Die Utopie von Demokratie” werden. meta-D.O.N. ist zur Buchpräsentation eingeladen.

Das 6. Subversive Festival vereinigt das Subversive Film Festival, die internationale Konferenz unter dem Titel Subversives Forum (12.-18. Mai) – eine Plattform für alternative soziale Mobilisierung, die die Frage nach der Zukunft Europas und die Möglichkeiten des Kampfes um das Allgemeinwohl diskutiert – ebenso wie das 2. Balkan-Forum (12.-14. Mai), zu denen über 40 Organisationen, Gewerkschaften und Einzelpersonen zusammenkommen und dabei versuchen werden, den Ausgangspunkt für künftige Zusammenarbeit und Vernetzung sowohl europäischer wie auch weltweiter Bewegungen zu setzen, mit Blickpunkt auf deren weitere Integration. Da Kroatien am 1. Juli 2013 der EU beitreten soll, gibt es keinen besseren Ort und keinen besseren Zeitpunkt, um über „Die Utopie von Demokratie“ zu diskutieren.

Das Subversive Forum bringt führende Intellektuelle und AktivistInnen zusammen, unter ihnen Slavoj Žižek, Tariq Ali, Bernard Stiegler, Maurizio Lazzarato, Chantal Mouffe, Susan George, Eric Toussaint, Bernard Cassen, Silvia Federici, Yanis Varoufakis, Erik O. Wright und viele andere.

Michael G. Kraft wird im Rahmen der Buchgespräche sein soeben erschienenes Buch “Soziale Kämpfe in Ex-Jugoslawien” mit den Beitragenden Andrea Milat, Boris Kanzleiter und Stipe Curkovic am 12.5. um 18h im Kino Europa diskutieren.

Buchpräsentation

Das vollständige Programm findet sich hier.

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

Das Buch “Soziale Kämpfe in Ex-Jugoslawien” ist erschienen

   

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Cover Soziale Kaempfe in Ex-JugoslawienMichael G.Kraft (Hg.)

Soziale Kämpfe in Ex-Jugoslawien

Euro 19,90
310 Seiten
Englische Broschur
Mandelbaum Verlag, Reihe kritik&utopie, Wien
Format 12 x 19 cm
ISBN 978-3-85476-621-6

http://www.mandelbaum.de/books/806/7460

Das Buch kann direkt vom Herausgeber erworben werden. In der Schweiz zum ermäßigten Preis von CHF 24 inkl. Versand. Bestellungen und Anfragen bezüglich Preis und Lieferzeiten für andere Länder bitte per Email an Kraft_Michael@hotmail.com.

Inhalt

Nach zwei Dekaden der ökonomischen und sozialen Transformation regt sich in Ex-Jugoslawien Widerstand gegen die verheerenden Auswirkungen neoliberaler Politik, die korrupten Eliten und den Neokolonialismus der Europäischen Union. Spätestens mit der Wirtschaftskrise 2008 und der daraufhin verstärkten Privatisierungs- und wurde die hegemoniale Erzählung freier Märkte Austeritätspolitik immer brüchiger. Zwar sind die Erfahrungen neoliberaler Strukturanpassungspolitik in dieser Region keineswegs neu, doch bilden sich erstmals seit dem Zusammenbruch Jugoslawiens breitere Bewegungen, die für soziale Gerechtigkeit kämpfen und den Kapitalismus in Frage stellen.

Die im Buch versammelten Texte von TheoretikerInnen und AktivistInnen reichen von den Formen sozialen Widerstands in Slowenien, über die Studierendenbewegung und neue Linke in Kroatien bis hin zu Arbeitskämpfen und Beispielen der ArbeiterInnenselbstverwaltung in Serbien. Das Buch schließt eine geographische Leerstelle und eröffnet eine kritische Gegenperspektive zum hegemonialen EU-Narrativ der „erfolgreichen Osterweiterung“.

Mit Texten von: Dario Azzellini, Heiko Bolldorf und Željko Klaus, Boris Buden, Stipe Ćurković, Peter Haumer, Srećko
Horvat und Igor Štiks, Mate Kapović, Michael G. Kraft und Boris Kanzleiter, Jovica Lončar, Andrea Milat, Goran Musić,
Dragan Nikčević und Primož Krašovec, Milenko Srećković sowie Darij Zadnikar.

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

Bericht von der Vortragsreihe “Krise und reale Utopien, 2013

   

Am 25. und 26. März 2013 fanden im Medienkulturhaus Wels sowie am 10. April 2013 im Wissensturm Linz drei Abende zu alternativen Wirtschafts-, Bildungs- und Demokratiekonzepten statt.

Untenstehend findet sich ein Bericht von der Vortragsreihe.

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Ankündigung

Die dekoloniale Perspektive und partizipatorische Ökonomie

Die derzeitigen Protestbewegungen in Europa und in den USA werden überwiegend als beispiellose und abgegrenzte Phänomene begriffen. Jedoch lässt sich erkennen, dass diese Bewegungen in der Ausformulierung ihrer Ziele und in ihren organisatorischen Praxen durchaus von zahlreichen Präzedenzfällen geprägt sind. Dario Azzellini nahm im ersten Vortragsblock eine de-koloniale Perspektive ein, um ausgehend von den in Lateinamerika stattfindenden Transformationsprozessen mögliche Zusammenhänge und Verbindungen zu gegenwärtigen Protestformen in Europa und in den USA zu ergründen. Er konzentrierte sich dabei auf den Übergang von einer repressiven Formaldemokratie zu protagonistischen Demokratieformen am Beispiel Venezuelas und nahm auch auf die von unten forcierte Einführung von ArbeiterInnenselbstverwaltung Bezug. Im Hinblick auf die gegenwärtige europäische Situation gab er Ausblick auf gemeinsame Zielperspektiven im Widerstand gegen ordoliberale Politik und in der Suche nach vermehrter politischer Teilhabe. Er gab jedoch auch zu bedenken, dass die Beispiele kommunaler Formen der Selbstverwaltung als mögliche Alternativmodelle gegen Eliten, Markt und Neokolonialismus in Europa nicht einfach kopiert werden können, sondern entsprechend adaptiert werden müssen. Die weiterführende gemeinsame Diskussion mit dem Publikum konzentrierte sich auf diese Fragen und suchte nach Wegen aus der Staatsschuldenkrise sowie einer neuen Rolle von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft.

Die Konstituierung des widerständigen Subjekts

Im zweiten Block konzentrierte man sich auf die Rolle von Bildung für individuelle und kollektive Emanzipation. In seinem Referat ging Thomas Hellmuth ausgehend von einer Kritik eines verkürzten neoliberalen Bildungsbegriffs der Frage nach, welchen Beitrag (politische) Bildung für eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft leisten kann und welchen Gefahren sie unter neoliberalen Vorzeichen unterliegt? Michael Kraft reicherte den Ausblick auf eine kommende Gemeinschaft mittels einer postkolonialen Perspektive an. Er ging der Frage nach, inwiefern Bildung entweder Instrument der Befreiung oder der Domestizierung des Menschen sei (Paulo Freire) und versuchte ein ähnlich geartetes Bildungskonzept auch für den eurozentristischen Diskurs vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise fruchtbar zu machen. In der Diskussion wurde einerseits anhand von Metaphern wie Exzellenz, Wettbewerb, Employability, KundInnenorientierung, Kosteneffizienz, etc. auf die zunehmende Neoliberalisierung unseres Bildungssystems hingewiesen. Andererseits forderte man, aufgrund dieser gegenwärtig rein hypothetisch suggerierten Teilhabe eine Ausweitung des Bildungsbegriffs unter dem Aspekt des Widerstands ein („das widerständige Subjekt“).

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Publikum

Auf der Suche nach der verlorenen Demokratie

Im dritten und letzten Vortragsblock nahm man sich explizit dem Begriff der Demokratie an und versuchte anhand einer Initiative der Zivilgesellschaft (IG Demokratie) zu zeigen, dass spätestens seit der Wirtschaftskrise 2008 und den erstarkenden globalen Protestbewegungen, es Auseinandersetzungen um die inhaltliche Neubestimmung des Begriffs der Demokratie gibt. Stefan Schartlmüller stellte den Ansatz der IG Demokratie vor und verwies in seiner Forderung nach direkter Demokratie auf die aktuelle Repräsentationskritik in der österreichischen Politik und ein Votum für Inklusion und die Erfindung neuer sozialer Organisations- und Lebensweisen. Karin Fischer strich in ihrem Co-Referat die neuen Formen der politischen Teilhabe, die auf grundlegende Veränderungen von demokratischen Praxen hindeuten, hervor, brach allerdings auch eine Lanze für institutionalisierte Parteiverbände, da hier zumindest bestimmte Bevölkerungsschichten Zugang haben und sich einbringen können. Trotz all des Enthusiasmus‘ für diese neuen Formen demokratischer Partizipation wurde in der Diskussion auch klar, dass man auch hier die gesellschaftliche Konstitution und Klassenverhältnisse der AktivistInnen kritisch beleuchten müsse.

Gefördert durch

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

logo_oegpb

Selbstverwaltung und partizipatorische Ökonomie /

Politische und emanzipatorische Bildung /

Soziale Bewegungen und „echte Demokratie jetzt“

Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise 2008 ist klar geworden, dass die Verschränkung von Demokratie und Kapitalismus per se nicht zum „Wohle aller“ wirkt, sondern in der real existierenden (Post-)demokratie Experten, Lobby-Gruppen und vor allem Wirtschaftseliten die politischen Prozesse und demokratischen Institutionen zunehmend unterwandern und zu ihren Gunsten gestalten.

Vor diesem Hintergrund suchen Menschen und soziale Bewegungen wieder verstärkt alternative Formen von Demokratie und Wirtschaft zu befördern.

Die Vortragsreihe soll dazu beitragen, einen kritischen Befund zur aktuellen Lage zu erarbeiten und der Frage nachzugehen, welche emanzipatorischen Entwürfe für soziale Transformation, Partizipation und soziale Gerechtigkeit derzeit diskutiert werden bzw. im Entstehen sind.

An drei Abendterminen nehmen sich verschiedene ReferentInnen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft den Themen „Selbstverwaltung und partizipatorische Ökonomie“, „Politische und emanzipatorische Bildung in Zeiten eines neoliberalen Bildungsdiskurses“ sowie „Soziale Bewegungen für direkte Demokratie“ an.

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

Krise und reale Utopien 2.0

   

Vortragsreihe: Krise und reale Utopien

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise 2008 ist klar geworden, dass die Verschränkung von Demokratie und Kapitalismus per se nicht zum „Wohle aller“ wirkt, sondern in der real existierenden (Post-)demokratie Experten, Lobby-Gruppen und vor allem Wirtschaftseliten die politischen Prozesse und demokratischen Institutionen zunehmend unterwandern und zu ihren Gunsten gestalten.

Vor diesem Hintergrund suchen Menschen und soziale Bewegungen wieder verstärkt alternative Formen von Demokratie und Wirtschaft zu befördern.

Die Vortragsreihe soll dazu beitragen, einen kritischen Befund zur aktuellen Lage zu erarbeiten und der Frage nachzugehen, welche emanzipatorischen Entwürfe für soziale Transformation, Partizipation und soziale Gerechtigkeit derzeit diskutiert werden bzw. im Entstehen sind.

An drei Abendterminen nehmen sich verschiedene ReferentInnen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft den Themen „Selbstverwaltung und partizipatorische Ökonomie“, „Politische und emanzipatorische Bildung in Zeiten eines neoliberalen Bildungsdiskurses“ sowie „Soziale Bewegungen für direkte Demokratie“ an.

Termine:

25. und 26. März 2013, 19:00, Medienkulturhaus Wels

10. April 2013, 19:00, VHS Linz, Wissensturm


Detailliertes Programm:

Vortragsblock 1:

Selbstverwaltung und partizipatorische Ökonomie

Referat: Dario Azzellini (CUNY Graduate Center New York); Diskutant: Sebastian Lasinger (JKU Linz)

25. März 2013, 19:00, Medienkulturhaus Wels

Die derzeitigen Protestbewegungen in Europa und in den USA werden überwiegend als beispiellose und abgegrenzte Phänomene begriffen. Jedoch lässt sich erkennen, dass diese Bewegungen in der Ausformulierung ihrer Ziele und in ihren organisatorischen Praxen durchaus von zahlreichen Präzedenzfällen geprägt sind. Ziel dieser Veranstaltung ist es, eine de-koloniale Perspektive einzunehmen um ausgehend von den in Lateinamerika stattfindenden Transformationsprozessen mögliche Zusammenhänge und Verbindungen zu gegenwärtigen Protestformen in Europa und in den USA zu ergründen. Welche Anknüpfungspunkte gibt es zwischen dem in Teilen Lateinamerikas stattfindenden Übergang von einer repressiven Formaldemokratie zu protagonistischen Demokratieformen. Vor diesem Hintergrund ergeben sich zahlreiche Fragen: Gibt es gemeinsame Zielperspektiven im Widerstand gegen ordoliberale Politik und in der Suche nach vermehrter politischer Teilhabe? Welche Rolle spielen kommunale Formen der Selbstverwaltung als mögliche Alternativmodelle gegen Eliten, Markt und Neokolonialismus?

Vortragsblock 2:

Was können politische und emanzipatorische Bildung in Zeiten der zunehmenden Kommerzialisierung (von Bildung) leisten?

Referat: Thomas Hellmuth (Universität Salzburg); Diskutant: Michael G. Kraft (JKU Linz)

26. März 2013, 19:00, Medienkulturhaus Wels

Im gegenwärtigen Bildungsdiskurs hat sich ein politischer Konsens herauskristallisiert, dass höhere Investitionen in Bildung notwendig seien, damit Nationalstaaten international wettbewerbsfähig bleiben und Bildung in Zeiten von Humankapital, Innovation und lebenslangem Lernen einen wichtigen Beitrag zu höherem Wirtschaftswachstum leisten kann. Metaphern wie Exzellenz, Wettbewerb, Employability, KundInnenorientierung, Kosteneffizienz, etc. suggerieren, dass Bildung unter einem ökonomistischen Ziel-Mittel-Denken subsumierbar sei und Privatisierung und Deregulierung gesamtgesellschaftliche Wohlfahrtsgewinne erbrächten. Dabei ist festzustellen, dass kaum mehr eine öffentliche Debatte zu Fragen nach „welcher Art von Bildung“ oder „Bildung für wen?“ geführt wird.

In diesem Vortragsblock wird der Frage nachgegangen, welchen Beitrag (politische) Bildung für eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft leisten kann und welchen Gefahren sie unter neoliberalen Vorzeichen unterliegt? Darüber hinaus wird aus postkolonialer Perspektive die Frage aufgeworfen, inwiefern Bildung entweder Instrument der Befreiung oder der Domestizierung des Menschen ist (Paulo Freire). Kann ein ähnlich geartetes Bildungskonzept auch in den eurozentristischen Diskurs vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise Eingang finden?

Soziale Bewegungen für direkte Demokratie

Referat: Stefan Schartmüller (IG Demokratie), tbc; Diskutantin: Karin Fischer (JKU Linz)

10. April 2013, 19:00, VHS Linz, Wissensturm

Der Begriff der Demokratie schien in den letzten Jahren sowohl in der Theorie als auch in der politischen Praxis zu einem nichtssagenden Platzhalter verkommen zu sein. Seit der Wirtschaftskrise 2008 und den erstarkenden globalen Protestbewegungen versucht man den Begriff der Demokratie inhaltlich neu zu bestimmen. Es geht diesen Bewegungen nicht mehr um die Gegenwart der repräsentativen Demokratie, sondern um eine Repräsentationskritik sowie ein Votum für Inklusion und die Erfindung neuer sozialer Organisations- und Lebensweisen. Dadurch entwickeln sich neue Formen der politischen Teilhabe, die auf grundlegende Veränderungen von demokratischen Praxen hindeuten. Ziel der Veranstaltung ist es, diese neuen Formen demokratischer Partizipation näher zu untersuchen und ihr Wirkungspotential auf herrschende soziale und politische Verhältnisse zu erläutern.

Wissenschaftliche Konzeption und Organisation: Michael G. Kraft, Sebastian Lasinger

Grafik und Drucksorten: Christian Hofer

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Orte

Medienkulturhaus Wels
Pollheimerstraße 17
4600 Wels

VHS Linz Wissensturm
Kärntnerstraße 26
4020 Linz

Gefördert durch

powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

logo_oegpb

http://www.linz.at/bildung/vhs.asp
  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

Buchpräsentation “Kunst, Krise, Subversion”, 11. April 2013, Linz

   

2009 fand im Rahmen von Linz09 Kulturhauptstadt Europas erstmals eine Subversivmesse - organisiert von Social Impact – statt. Drei Jahre später liegen in Buchform die Reflexionen zum Verhältnis von Kunst, Politik und Subversion vor (siehe Bandi, Kraft, Lasinger (Hg.) (2012): Kunst, Krise, Subversion – zur Politik der Ästhetik, transcript Verlag, Bielefeld: http://www.transcript-verlag.de/ts1962/ts1962.php).

Die Herausgeber/-innen gehen dabei den Fragen nach, ob Kunst heute noch subversiv sein kann oder gar kein maßgebliches Feld gesellschaftlicher Verhandlungen und Veränderungen mehr ist. Wie können ästhetische Praxen Räume, Utopien und Emanzipationspotenziale aufzeigen und wie ist deren Verhältnis zum Politischen zu denken?

Es geht also um nicht weniger als eine eingehende Untersuchung des Verhältnisses von Politik und Kunst, welches angesichts der aktuellen Krisen wesentlichen Veränderungen unterliegt. Dabei zeigt sich einerseits das Dilemma einer stark politisierten Kunst in dem sich Künstler/-innen wiederfinden und andererseits werden aktuelle theoretische Fragen von Autoren und Autorinnen wie Jacques Rancière, Walter Mignolo oder Sabeth Buchmann beleuchtet: das Verhältnis von sozialen Bewegungen zu Kunst, die Verbindung Zentrum-Peripherie, individuelle und kollektive Subjektivierungsprozesse, Kunstformen und Künstler/-innen in hegemonial besetzten Arbeitsfeldern, die de-koloniale Perspektive als Dekonstruktion des „westlich“ geprägten Subversionsbegriffs, die Gratwanderung jüngerer Strategien subversiver Affirmation, Verfremdung und Überidentifikation, etc.

Anhand des Begriffs der Subversion werden somit mittels theoretisch und territorial unterschiedlich geprägter Ansätze die jeweiligen Verschränkungen von Kunst, Politik, Gesellschaft und Ökonomie sichtbar gemacht und alternative Entwürfe von Kunst und Politik diskutiert.

mit Christian Diabl, Michael G. Kraft und Sebastian Lasinger


Donnerstag, 11. April 2013
powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

UMS1962kumediBandi.indd

Grand Café Hotel zum Rothen Krebsen

Obere Donaulände 11

4020 Linz

www.roterkrebs.net

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS

Publication on Social Struggles in Ex-Yugoslavia

   
powered by Wordpress Multibox Plugin v1.3.5

Cover EX YU

Michael G.Kraft (Hg.)

Soziale Kämpfe in Ex-Jugoslawien

Euro 19,90
ca. 280 Seiten
Englische Broschur
Format 12 x 19 cm
ISBN 978-3-85476-621-6
Erscheint März 2013

http://www.mandelbaum.de/books/806/7460

Nach zwei Dekaden der ökonomischen und sozialen Transformation regt sich in Ex-Jugoslawien Widerstand gegen die verheerenden Auswirkungen neoliberaler Politik, die korrupten Eliten und den Neokolonialismus der Europäischen Union. Spätestens mit der Wirtschaftskrise 2008 und der daraufhin verstärkten Privatisierungs- und wurde die hegemoniale Erzählung freier Märkte Austeritätspolitik immer brüchiger. Zwar sind die Erfahrungen neoliberaler Strukturanpassungspolitik in dieser Region keineswegs neu, doch bilden sich erstmals seit dem Zusammenbruch Jugoslawiens breitere Bewegungen, die für soziale Gerechtigkeit kämpfen und den Kapitalismus in Frage stellen.

Die im Buch versammelten Texte von TheoretikerInnen und AktivistInnen reichen von den Formen sozialen Widerstands in Slowenien, über die Studierendenbewegung und neue Linke in Kroatien bis hin zu Arbeitskämpfen und Beispielen der ArbeiterInnenselbstverwaltung in Serbien. Das Buch schließt eine geographische Leerstelle und eröffnet eine kritische Gegenperspektive zum hegemonialen EU-Narrativ der „erfolgreichen Osterweiterung“.

Mit Texten von: Dario Azzellini, Heiko Bolldorf und Željko Klaus, Boris Buden, Stipe Ćurković, Peter Haumer, Srećko
Horvat und Igor Štiks, Mate Kapović, Michael G. Kraft und Boris Kanzleiter, Jovica Lončar, Andrea Milat, Goran Musić,
Dragan Nikčević und Primož Krašovec, Milenko Srećković sowie Darij Zadnikar.

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • HelloTxt
  • RSS