Konferenz

Halbtägige Veranstaltung mit Abendpanel:

Krise und reale Utopien

Alternativen zur gegenwärtigen Wirtschaftsordnung am Beispiel Arbeiter/-innenselbstverwaltung und neue soziale Bewegungen

Do, 17.11.2011 13.00-19.30 Uhr // Johannes Kepler Universität Linz, Repräsentationsraum UC6, Uni-Center

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„Welcher ‚Fehler‘ im System als solchem macht eine solche Krise, einen solchen Zusammenbruch möglich?“ (Slavoj Zizek) Wir nehmen Zizeks Frage zum Anlass, das Konzept der Krise in Frage zu stellen und gleichzeitig mögliche Alternativen zu diskutieren. Gerade wenn man über die Grenzen der allgemein bestimmenden Weltregionen hinausblickt, schein der aktuell vorherrschende Krisen-zentrierte Diskurs, dass vorher ein Zustand der Nicht-Krise geherrscht hätte und somit das marktkapitalistische System in voller Funktionsfähigkeit zum Wohlstand und zum Fortschritt unser aller gewirkt habe, immer weniger haltbar. Dass damit eine Rückkehr zum funktionsfähigen kapitalistischen System kein gangbarer Weg sein kann, liegt somit auf der Hand, da diese Erzählung uns nicht aufrüttelt sondern weiterträumen lässt

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Daher stellen wir uns der Frage nach möglichen Alternativen. Was für eine Rolle können soziale Bewegungen spielen? Kann die Bewegung ausgehend von Occupy Wall Street weiterhin an Momentum gewinnen? Wie steht es mit der partizipativen Ökonomie und dem Modell der Arbeiter/-innenselbstverwaltung? Welchen Beitrag kann educación popular dazu leisten, die hegemonialen Verhältnisse aufzudecken und theoretische Reflexionen in eine lebendige Praxis einzubetten, die für soziale Gerechtigkeit eintritt?

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Transformationen in Osteuropa

Ein konkretes Beispiel liefert dabei Serbien, das sich seit 20 Jahren in der ständigen Transformation von einem Ausnahmezustand zum nächsten befindet. In Serbien hat sich die Situation im Speziellen durch die von der Serbischen Regierung forcierten Privatisierungen der ursprünglich selbstverwalteten Betriebe zugespitzt, um die Ausgaben des öffentlichen Sektors zu senken und so die Bedingungen der Kreditwürdigkeit des Internationalen Währungsfond (IWF) zu erfüllen. Als Antwort auf diese und andere Massnahmen hat sich in Serbien eine multiethnische Arbeiter/-innen-Bewegung gebildet, welche dagegen kämpft, die Kosten für die ökonomischen Restrukturierung nach Jahren vorherrschender Korruption zu bezahlen. In den letzten Jahren wurden über 30 Streikaktionen durchgeführt. Um die Vernetzung der verschiedenen Aktionen und Akteure und Akteurinnen zu unterstützen, hat sich die Bewegung Freedom Fight gebildet (http://www.freedomfight.net). Ziel ist es, die Kontrolle der Betriebe wieder in die Hände der Arbeiter/-innen zu legen. Denn während der emanzipatorisch-partizipatorische Ansatz der (Arbeiter/-innen)-Selbstverwaltung in den westlichen Industriestaaten heute als überholtes, der vollkommenen Entfaltung der Marktkräfte entgegenstehendes Konzept angesehen wird, so erlangt es in Serbien derzeit ein neues Momentum.

Von Bedeutung ist allerdings auch, den vorherrschenden Diskurs in Österreich genauer zu untersuchen und von den Erfahrungen sozialer Bewegungen zu lernen. Die Entwicklungen im südöstlichen Nachbargebiet werden hierzulande durchwegs als Erfolgsstory gepriesen, wobei die positive Rolle österreichischer Unternehmen (insbesondere Banken und Bauunternehmen), welche traditionell stark in diesen Ländern vertreten sind, hervorgehoben wird.

Zielsetzungen

Die Tagung hat zum Ziel einerseits theoretisch die Auseinandersetzung mit der sogenannten Krise über die österreichischen Grenzen hinweg kritisch zu beleuchten. Die Transformationsprozesse in Ex-Jugoslawien werden diesbezüglich exemplarisch betrachtet aber auch der Kampf sozialer Bewegungen in anderen Regionen wird beispielhaft diskutiert. Referenten und Referentinnen werden den Themenkomplex aus dem Blickwinkel von sozialen Bewegungen, partizipativer Ökonomie und Selbstverwaltung, Bildung (educación popular) und Mobilisierungs- und Kampagnenstrategien diskutieren.

Andererseits werden auch praktische und politische Elemente in die Veranstaltung miteinbezogen, indem ausgehend von der Bewegung Freedom Fight in Serbien der Frage nach politischen und ökonomischen Alternativen und deren Bedingungen und Perspektiven nachgegangen wird. Ebenfalls miteinfließen wird die Frage, inwiefern solche Strategien auch in Österreich Anwendung finden könnten bzw. welches Licht und Implikationen sie auf den vorherrschenden Diskurs hierorts werfen.

Die Tagung richtet sich an interessierten Person aus der breiteren Öffentlichkeit und aus dem wissenschaftlich-universitären Umfeld, sowie auch an politisch engagierte Personen, die Interesse an einer kritischen Reflexion und Weiterentwicklung ihrer Strategien sowie einer Vernetzung über die Grenzen hinweg haben.

Wissenschaftliche Konzeption: Nina Bandi, Michael G. Kraft und Sebastian Lasinger

Drucksorten, grafisches Konzept und technische Realisierung: Christian Hofer

Programm:

13:00 Einführung und Begrüssung

Nina Bandi, Universität Genf und Sebastian Lasinger, London School of Economics und JKU Linz

13:15 Platzverweise. Aktuelle soziale Bewegungen zwischen Abseits und Zentrum

Jens Kastner, Akademie der Bildenden Künste Wien

13:55 Geographien des Widerstands: die Rolle von Bildung

Michael G. Kraft, University of Sussex und JKU Linz

14:35 De-Industrialisierung und ArbeiterInnenkampf in Serbien

Milenko Sreckovic, Freedom Fight Movement Serbien, Belgrad

Workshops
15:45 Legitimatorische Aspekte gegenwärtiger Krisendiskurse und Gegenstrategien

Leitung: Jürgen Nordmann, Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft, Linz

15:45 Protest, Widerstand, Selbstverwaltung

Leitung: Sebastian Lasinger

Abendpanel

18:00-19.30

Krise und reale Utopien: ein Ausblick

mit:

Dario Azzellini (JKU Linz)

Karin Fischer (JKU Linz)

Sabine Gruber (ATTAC Austria)

Jens Kastner (Akademie der Bildenden Künste Wien)

Sebastian Lasinger (London School of Economics und JKU Linz)

Jürgen Nordmann (Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft, Linz)

Milenko Sreckovic (Freedom Fight Movement Serbien, Belgrad)

Moderation: Michael Kraft (University of Sussex und JKU Linz)

Sozialwissenschaftler/-innen, Aktivisten und Aktivistinnen, und Vertreter/-innen der Zivilgesellschaft loten mögliche zukünftige Alternativen aus und suchen nach einer Neudefinition des Kommunalen.

Anfahrtsplan:

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Details siehe auch hier: http://www.jku.at/content/e213/e161/e6873/

Die Tagungsräume befinden sich im UNI-Center oberhalb der Mensa.

http://www.jku.at/content/e213/e161/e6998/

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